CHALLENGES

Im Schuljahr 2017/2018 geht das tourende Schulfilmfestival BRITFILMS bereits in seine elfte Runde. Nach einem Jubiläumsjahrgang, in dem wir teilnehmenden Schülern und Lehrern große Träume und Ambitionen präsentiert haben, konzentrieren wir uns nun auf die Herausforderungen des Lebens. Egal ob groß oder klein, abstrakt oder konkret, real oder in Gedanken. Gemeinsam haben sie am Ende nur, dass man sie meistern kann!

CHALLENGES

In der langen Geschichte der Menschheit haben sich Konflikte und Herausforderungen als essentiell für die gesellschaftliche Weiterentwicklung erwiesen. Nicht nur für das Kollektiv, sondern auch (und vor allem) für das Individuum. Die Auseinandersetzung mit sich selbst und das resultierende Formen der eigenen Persönlichkeit ist ein Schlüsselpunkt im Leben jedes (jungen) Menschen. In Zeiten von sozialen Medien, Schwarmintelligenzen und alternativen Fakten findet der philosophische Grundsatz des Individualismus, nach dem die Bedürfnisse der Einzelperson als höchstes Gut erachtet werden, zunehmend schwerer seinen Weg ins gemeinsame Gedankengut. Eine moderne Iteration des seit Jahren gelehrten Themenschwerpunktes Challenge of Individualism, wenn man so will.

Die Schnittstelle zwischen Individuum und Gesellschaft ist nicht nur in der schulischen Bildung ein wichtiges Thema, sondern auch in der Kunst. Untersucht man die Struktur der meisten Filme, fällt schnell auf, dass sie im Kern viele Gemeinsamkeiten haben. Es geht um weibliche und männliche Protagonisten aller Altersklassen, die allesamt nach einem Ziel streben und auf dem Weg dahin auf Hürden stoßen. Die Vielfalt des Films spiegelt dabei die Vielfalt des Lebens wieder und reicht von finanziellen Bedürfnissen über romantische Unterfangen bis hin zu großen Kämpfen um Freiheiten und Rechte. In dieser Illustration persönlicher Bedürfnisse und der Last des Individuums liegt auch das Erfolgsgeheimnis des Mediums und der Grund dafür, dass Filme weltweit Milliarden von Menschen in ihren Bann ziehen: Die Identifikation mit dem, was wir auf der Leinwand sehen.

Die Filme

Mit einem Blick auf die Challenge of Individualism haben wir in diesem Jahr sechs Filme ausgewählt, die verschiedene Protagonisten und ihre jeweiligen persönlichen Herausforderungen beleuchten. Da wäre zum Beispiel Conor, ein fantasievoller Junge, der in "A Monster Calls" ("Sieben Minuten nach Mitternacht") abenteuerliche Traumwelten erschafft, um aus seiner Realität zu flüchten. Ebenso fantastisch ist die Geschichte von Sophie, die in "BFG: Big Friendly Giant" auf einen überraschend sanftmütigen Riesen trifft und mit ihm zusammen die Invasion von weniger freundlichen Riesen aufhalten muss. Auf der anderen Seite der Weltkugel begleiten wir Simeon Mahana, ein junges Mitglied einer neuseeländischen Familiendynastie der 60er Jahre. Seine Herausforderungen sind eine seit Jahrzehnten bestehende Blutsfeindschaft zwischen zwei Familien, ein stoischer Großvater und nicht zuletzt eine verbotene Liebe.

"Mahana" ist nicht der einzige BRITFILMS-Film der Saison, der bei den großen Filmfestivals der Welt präsentiert und gefeiert wurde. Mit "I, Daniel Blake", einer hochsensiblen Geschichte über Armut und Solidarität, gewann Regisseur Ken Loach in Cannes sogar den Hauptpreis. Zurecht, denn die Geschichte von Daniel Blake und der alleinerziehenden Mutter Katie ist eine schonungslose und kritische Auseinandersetzung mit den Funktionsweisen eines modernen Sozialstaates.

BRITFILMS #11 wendet sich neben einzelnen Problemen und Herausforderungen auch den großen Fragen und Konflikten der Menschheit. So zum Beispiel in "A United Kingdom", der wahren Geschichte eines botswanischen Prinzen, der nach einem Ausflug nach Großbritannien eine britische Büroangestellte an seiner Seite hat. Die Liebe zwischen den ethnisch verschiedenen Partnern führt nicht nur zu Ablehnung und Ausgrenzung, sondern droht zeitweise, das botswanische Königreich in Unruhe zu stürzen.

Mit "The Perks of Being a Wallflower" ("Vielleicht lieber morgen") zeigen wir einen Film, der die Schmerzen und Freuden des Erwachsenwerdens so kompetent und verständnisvoll inszeniert, wie kaum ein anderer Film aus den letzten Jahrzehnten. Wir blicken in den Kopf von Charlie, einem unauffälligen und introvertierten Schüler, der seiner Zeit weit voraus ist. Und das nicht nur in Bezug auf seinen großen Intellekt und seine komplexe Gefühlswelt. Seine Herausforderungen sind universell, es sind die kleinen und großen Hürden des Alltags. Die Hürden, die wir alle kennen.

Zusatzmaterial

Zu allen Filmen stellen wir ausführliche Study Guides zur Verfügung, die als Leitfaden für die pädagogische Behandlung der Filme herbeigezogen werden können. Die Study Guides stehen auf den jeweiligen Seiten der Filme zum Download bereit.